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Change Management
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Change Management
Restrukturierung, Übernahme, Personalabbau:
Wie organisatorische Veränderungsprozesse erfolgreich durchgeführt werden
Version 3.00 © Harry Zingel 1996-2004, EMail : HZingel@aol.com, Internet : http://www.zingel.de
Nur für Zwecke der Aus- und Fortbildung
Inhaltsübersicht
1. Grundgedanken und Definitionen ........................................... 1
1.1. Organisation und organisatorischer Wandel ........................... 1
1.2. Management ........................................................................... 1
1.2.1. Eine einfache Managementdefinition ...................................... 1
1.2.2. Interpersonelles Management ................................................. 1
1.2.3. Formen der Autorität .............................................................. 2
1.2.4. Situationsfaktoren .................................................................. 2
1.2.5. Oberzielkonformität ............................................................... 2
1.2.6. Kommunikation ..................................................................... 2
2.
2.8.
Führungsmittel im Change Management ................................ 5
2.9.
Die arbeitsrechtliche Seite ...................................................... 5
2.10.
Change Management im Rechnungswesen ............................. 5
3.
Praxistips für Führungskräfte ................................................. 6
3.1.
Analogie und Morphologie ..................................................... 6
3.2.
Vision, Willen und Kraft ........................................................ 6
3.3.
Orientierung ........................................................................... 6
3.4.
Benchmarking ........................................................................ 6
3.5.
Schnelligkeit .......................................................................... 6
Change Management .............................................................. 2
3.6.
top-down / bottom up ............................................................. 7
2.1.
Phasenmodelle des Change Managements .............................. 2
3.7.
Kommunikation ..................................................................... 7
2.2.
Anlässe organisatorischer Wandlungsprozesse ....................... 3
3.8.
Konsequenz ............................................................................ 7
2.3.
Das Change Management Portfolio nach Winfried Berner ..... 3
3.9.
Kompetenz ............................................................................. 7
2.4.
Leidensdruck als Motor .......................................................... 4
3.10.
Umsetzung ............................................................................. 7
2.5.
Verfahren der Zielbildung ...................................................... 4
3.11.
Leidensdruck .......................................................................... 7
2.6.
Ingangsetzung des Wandlungsprozesses („unfreezing“) ......... 4
3.12.
Eigenverantwortung ............................................................... 7
2.7.
Mit Widerständen umgehen .................................................... 4
3.13.
Umgang mit Fehlern ............................................................... 8
Dieses Skript befaßt sich mit organisatorischen Wandlungsprozessen. Es setzt daher Grundbegriffe der Organisations-
theorie voraus. Da organisatorische Veränderungen geplant und geleitet werden, haben wir es zudem oft mit
Führungsprozessen zu tun. Viele Veränderungsprozesse sind schließlich Projekte, so daß auch die Grundlagen des
Projektmanagements hier vorausgesetzt werden. Es wird daher empfohlen, die folgenden drei Skripte, die zunächst
auf der BWL CD und möglicherweise auch auf der Webseite zu finden sind, zunächst zu lesen:
Führung Management Skript.pdf ............................................................................................................... Grundlagen der Führungstheorie.
Organisation Skript.pdf ........................................................................................................................ Grundlagen der Organisationstheorie.
Projekt Management Skript.pdf .......................................................................................................... Grundlagen des Projektmanagements.
1. Grundgedanken und Definitionen
1.1. Organisation und organisatorischer Wan-
del
Unter Organisation verstehen wir im Rahmen dieser
Darstellung allgemein die Art und Weise ist, wie die Teile
eines Ganzen untereinander und zu diesem Ganzen hin
orientiert sind. Auf betrieblicher Ebene meint dies die
Teile des sozialen betrieblichen Systems, also der Art und
Weise, wie der Faktor Arbeit strukturiert wird.
mitteln. Der Managementbegriff ist daher grundsätzlich
zweigeteilt:
z er ist ein zwischenmenschliches (interpersonelles)
Problem, aber zugleich auch
z ein Optimierungsproblem im Umgang mit betriebli-
chen Ressourcen.
Im Rahmen von Organisationsprozessen, wie sie hier
betrachtet werden sollen, stehen interpersonelle Proble-
me im Vordergrund. Hier betrachten wir zunächst die
Tätigkeit der Willensdurchsetzung, d.h., der Verhaltens-
formung und Verhaltensformung anderer Personen. Fin-
det die Verhaltensbeeinflussung mit dem Willen der
Beeinflußten statt, so kann man auch von „Regierung“
sprechen; findet sie gegen den Willen der Beeinflußten
statt, so handelt es sich um „Herrschaft“. „Regierung“ und
„Herrschaft“ sind damit Unterkategorien zu „Führung“.
Change Management ist jede Form organisatorischen
Wandels, also die Änderung der Art und Weise, wie die
Teile des Ganzen untereinander und zu diesem Ganzen
hin orientiert sind. Das ist ein weiter Begriff: ein organi-
satorischer Wandel liegt schon mit jeder Einstellung oder
Entlassung vor. Dies demonstriert auch die Wichtigkeit
des hier dargestellten Sachgebietes.
1.2. Management
1.2.1. Eine einfache Managementdefinition
1.2.2. Interpersonelles Management
„Interpersonell“ bedeutet, daß Management ein soziales
Phänomen ist. Es spielt sich im betrieblichen Rahmen
insbesondere zwischen leitenden und ausführenden Mit-
arbeitern ab. Führung kann nur zwischen zwei oder mehr
Personen auftreten; Selbstorganisation wie z.B. beim
Management ist jede oberzielkonforme, interpersonelle
Verhaltensbeeinflussung aufgrund von Kommunikations-
prozessen oder oberzielkonforme Lenkung von Sach-
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Zeitmanagement ist trotz seiner Bezeichnung kein Phä-
nomen des Managements im eigentlichen Sinne, kann
aber Aspekte des Sachmittelmanagements umfassen.
1.2.3. Formen der Autorität
Interpersonelles Management zielt darauf, daß eine Per-
son einer anderen folgt (gehorcht). Die Faktoren, die
dieses herbeibringen sollen, sind Autorität und spezifi-
sche Situationsfaktoren. Die Formen der Autorität sind
dabei:
ist „face to face“, d.h., unter Anwesenden. Sie kann verbal
oder nonverbal sein. Das sogenannte NLP („Neuro-
linguistisches Programmieren“) ist ein Anwendungsfall
nonverbaler Kommunikation und damit ein Management-
instrument. Indirekte Kommunikation bedient sich tech-
nischer Sachmittel, was die Grenze zwischen inter-
personellem- und Sachmittelmanagement verwischt.
2. Change Management
Viele Konzepte des Change Management bauen direkt
oder indirekt auf allgemeinen organisatorischen Konzep-
ten auf. Wir betrachten hier nur noch spezielle Konzepte
der Veränderung und setzen die grundlegenden Metho-
den und Definitionen voraus.
z Formale Autorität : Besteht in einer höheren Hierarchie-
position, die ein Stelleninhaber aufgrund formaler
Regelungen besitzt, und die ihn zu Management-
tätigkeit berechtigt.
z Fachliche Autorität : Diese beruht auf relevanten be-
stimmten Qualifikationen, über die ein Stelleninhaber
verfügt, und die ihn zur Lösung betrieblicher Aufga-
ben qualifizieren.
z Persönliche Autorität : Diese beruht auf der Überle-
genheit einer Person aus rationalen oder emotionalen
Gründen. Rationale Überlegenheit ist etwa Intelli-
genz, emotionale Überlegenheit kann sich aus Charis-
ma oder sozialer Intelligenz ableiten.
2.1. Phasenmodelle des Change Managements
Die meisten organisatorischen Veränderungen folgen
einem mehr oder weniger standardisierbaren Muster, das
als Phasenmodell beschrieben werden kann. Hierzu wur-
den in der Literatur eine Vielzahl von Vorschlägen ge-
macht, die sich nur oberflächlich voneinander unterschei-
den, beispielsweise von Kurt Lewin, dessen Modell sich
zu einer Art Klassiker entwickelt hat:
1. die bestehende Situation aufbrechen („unfreezing“),
2. den eigentlichen Wandel durchführen („change“),
also etwas Neues einführen, und
3. das Neue erhalten und stabilisieren („re-freeze“).
Bei Götz Schmidt findet man ein etwas ausführlicheres
Modell:
1.2.4. Situationsfaktoren
Spezifische Situationsfaktoren sind die Parameter der
jeweils betrachteten Situation. Die Managementtheorie
untersucht in diesem Zusammenhang, welche Eigen-
schaften in welchen Situationen zu einer oberziel-
konformen Managementtätigkeit eignen und welche die-
se be- oder verhindern. Dabei unterscheidet man grund-
sätzlich organisationsspezifische, gruppenspezifische und
individualspezifische Situationsfaktoren, die für das Ge-
lingen oder Scheitern organisatorischer Veränderungs-
prozesse bedeutsam sind oder auch nur potentiell sein
können.
1.2.5. Oberzielkonformität
1. Vorstudie
2. Hauptstudie
3. Teilstudien und Detailstudien
4. Systembau
5. Einführung
6. Erhaltung
Winfried Berner schließlich stellt auf seiner umfangrei-
chen Webseite http://www.umsetzungsberatung.de z u die-
sem Thema folgendes Modell vor:
1. Analyse des qualitativen und quantitativen Veränder-
ungsbedarfes
2. Entwicklung einer Veränderungsstrategie
3. Auflösen alter Strukturen
4. Schaffen neuer Strukturen (d.h., der Durchführen des
eigentlichen Veränderungsprozesses)
5. Festigen der neugeschaffenen Organisationsstrukturen
Oberzielkonformität bedeutet, daß das Management min-
destens in Zielharmonie, besser in Zielidentität zu einem
unternehmensweiten Oberziel stehen muß. Organisatori-
sche Wandlungsprozesse sind damit in andere Abläufe
eingebettet: wird das Unternehmen beispielsweise über-
nommen, oder übernimmt es ein anderes Unternehmen,
so sind fast immer personelle Veränderungen erforder-
lich, die dazu dienen (sollen), den Erfolg des Gesamt-
systems zu optimieren. Das Zielsystem muß daher auf
einer Zielanalyse beruhen, die Oberziele und Teilziele in
eine einheitliche Zielfunktion aggregiert. Die inter-
personelle Managementtheorie unterscheidet hier in wei-
terer Untersuchung des Zielbegriffes Organisationsziele,
Gruppenziele und Individualziele. Eine wesentliche
Managementaufgabe ist auch, diese so zur Deckung zu
bringen, daß sie gegenseitig nicht in Zielwiderspruch
oder Zielausschluß stehen.
1.2.6. Kommunikation
Kommunikationsprozesse schließlich lassen sich unter-
teilen in direkte und indirekte. Direkte Kommunikation
Die Schritte 1. und 2. spielen sich hierbei im Verborgenen
ab, d.h., umfassen die vorbereitende Tätigkeit des Ma-
nagements. Schritt 3 beginnt mit der Bekanntgabe des
Vorhabens und seiner Details und Phase 5 endet mit dem
endgültigen produktiven Einsatz der neuen Strukturen.
Das sogenannte ADKAR-Modell ist ebenfalls eine Art
Phasenmodell, das jedoch zweidimensional differenziert.
ADKAR steht für
1. A wareness of the need for change,
2. D e sire to participate and support the change,
3. K n owledge of how to change (and what the change
result should look like),
© HZ
 
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4. A b ility to implement the change on a day-to-day-
basis,
5. R e inforcement to keep the change in place.
Diesen fünf Schritten, die im Grunde selbst schon ein
Phasenmodell auf Seiten der Mitarbeiter darstellen, wer-
den vier Entwicklungsphasen der Organisation entgegen-
gestellt:
z Maßnahmen des Qualitätsmanagements, insbesondere
die Einführung eines Qualitätsmanagementsystems
nach ISO 9000 oder eines weiterführenden Total
Quality Management Systems;
z Änderungen des Sortiments („Portfolio-Manage-
ment“), die auch zu Änderungen zugrundeliegender
Arbeitsabläufe führen;
z Unternehmensverkauf oder -kauf mit den zugehöri-
gen organisatorischen Erfordernissen;
z Verschmelzungen (Fusionen, Konzernbildung usw.)
aller Art;
z Reorganisation und Restrukturierung, d.h., die Ände-
rung des Geschäftsbereiches oder der Art und Weise,
wie ein Geschäft betrieben wird (z.B. i.S.d. IAS 37.10);
z Prozeßoptimierung und Reengineering, d.h., die An-
wendung von Optimierungsmaßnahmen der verschie-
densten Art, was in der Regel die Verfahren des
Operations Research meint, die indirekt auch auf die
organisatorische Ebene Einfluß haben.
2.3. Das Change Management Portfolio nach
Winfried Berner
Die auf Winfried Berner zurückgehende Systematisierung
betriebsorganisatorischer Wandlungsprozesse differen-
ziert in der Senkrechten das Orientierungsbedürfnis der
Mitarbeiter und auf der Horizontalen den Kommu-
nikationsbedarf des Managements.
„Pull“ meint in diesem Zusammenhang, daß die Mit-
arbeiter sich eher um die Informationen hinsichtlich
der beabsichtigten Veränderung reißen werden, wäh-
rend im „Push“-Fall das Management einen hohen
Erklärungsbedarf hat, also die Mitarbeiter sich eher
um den Veränderungsprozeß zu „drücken“ suchen:
1. Business need,
2. Concept and Design,
3. Implementation,
4. Post-implementation.
Dies läßt sich folgendermaßen visualisieren:
Erfolgreicher
Wandel
Awareness
Desire
Knowledge
Ability
Re-
inforcement
Phasen auf Seiten des Arbeitnehmers
Allen diesen Modellen ist gemein, daß sie zumeist kaum
über die Ebene des sogenannten gesunden Menschenver-
standes hinausragen. Kennt man eines dieser Konzepte,
dann kennt man im Grunde alle - was natürlich in
Prüfungen dem Prüfer die Option läßt, auswendig gelern-
tes Wissen abzufragen.
Allgemeine Gliederung
„Pull“
2.2. Anlässe organisatorischer Wandlungs-
prozesse
Change Management kommt in einer Vielzahl betriebli-
cher Zusammenhänge vor:
z „Turnaround“, Sanierung, Personalabbau: alle Maß-
nahmen, die die Fortsetzung der Unternehmen-
stätigkeit über eine Krise hinaus sicherstellen sollen;
z Kostensenkungsprogramme aller Art, die fast immer
auch organisatiorische Änderungen umfassen;
z Einführung von Lean Management als u.U. sogar
unternehmensübergreifendes Gesamtkonzept;
z Sogenannte „Kulturwandel-Programme“ zur Beein-
flussung kollektiver Denk- und Verhaltensmuster
(„Gleichschaltung“), insbesondere im Zusammenhang
mit Corporate Identity, Corporate Behavior, Corporate
Communications und Corporate Design, wobei diese
Bereiche oft ineinander übergehen und schlecht
voneinander abgrenzbar sind;
„Push“
gering
Verhaltensänderung
hoch
Man kann die in Kapitel 2.2. vorgestellten konkreten
Arten betrieblicher Wandlungsprozesse dann in der Wei-
se systematisieren, daß man sie in das vorstehende Port-
folio einordnet. Man erhält dann Arten organisatorischer
Wandlungsprozesse, die eher vom „Push“-Typ und sol-
che, die eher aus der „Pull“-Ecke stammen. Hierbei gilt,
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daß die Formen organisatorischen Wandels, die dem
„Pull“-Typ angehören, eher rational sind, während die,
die dem „Push“-Typ zugehören, eher emotionaler Art
sind:
wird. Ist es mathematisch operationalisiert, so spricht
man auch von einer Zielfunktion (z.B. bei der Simplex-
Methode). Das Change Management ist dabei davon
geprägt, daß neben Sachproblemen auch psychologische
Probleme auftreten. Hierbei gilt die Faustregel, daß ein
Problem um so weniger ein Sachproblem ist, je kleiner es
ist und je hartnäckiger es sich hält.
2.6. Ingangsetzung des Wandlungsprozesses
(„unfreezing“)
Um den Wandlungsprozeß anzustoßen, muß das Manage-
ment zumeist ein Problembewußtsein herstellen, falls
dies noch nicht vorhanden ist. Der hieraus entstehende
Problemkonsens kann dann in einen Lösungskonsens
transformiert werden, d.h., aus den wichtigsten Energie-
quellen menschlichen Handels wie Angst, Leidensdruck
und Hoffnung kann Kooperation und Unterstützung der
Handlungsträger bei einem nunmehr als notwendig ver-
standenen Veränderungsprozeß gewonnen werden - eine
Erkenntnis, die die Politik nur allzuoft ignoriert.
Vielfach ist es wichtig, die Dinge schnell in Bewegung zu
bringen. Möglichkeiten, Handlungsdruck zu erzeugen,
sind:
Konkrete Formen
„Turnaround“
Fusionen
Unternehmens-
verkauf;
Hostile
Takeover
Reengineering
ISO 9000,
TQM
Portfolio-
Management
CI usw.
gering
Verhaltensänderung
hoch
(Quelle : ebenfalls Winfried Berner, jedoch vom Autoren
vielfach modifiziert).
z Drohung mit Arbeitsplatzverlusten, Oursourcing,
Verlagerung und anderen Schreckensszenarien,
z Offene Kommunikation aktueller sonst den Mitarbei-
tern nicht zugänglicher Zahlen wie der Ertrags- oder
Kostensituation,
z Dramatisierung vorhandener Daten z.B. durch Krisen-
sitzungen, Präsentationen, Visualisierungen usw,
z Kundenbefragungen zur Gewinnung aktueller exter-
ner Einschätzungen (z.B. durch die Mittel der Markt-
forschung),
z Konfrontation mit kritischen Kundenstimmen, ins-
besondere mit Beschwerden,
z Mitarbeiterbefragung, wobei der Mitarbeiterg als in-
terner Kunde gilt, und die teilweise oder vollständige
Offenlegung dieser Ergebnisse.
Diese Übersicht kann man auch noch weiter vereinfachen
und daraus eine Handlungsanleitung ableiten:
Emotionalpol („Push“)
Kognitivpol („Pu l l“)
Änderung von Bedürfnis-
und Belohnungsstrukturen
Änderungen von Arbeits-
mitteln und -verfahren
Schwer durchsetzbar
Widerstand zu erwarten
Hohes Erfolgsrisiko
Leicht durchsetzbar
Wenig Widerstand
Kleines Erfolgsrisiko
( eigene Zusammenfassung )
Für alle konkreten Formen des Change Managements
kann man auf diese Art eine Richtlinie für das Manage-
ment ableiten, das in den einzelnen Fällen eher mit
Kooperation der Mitarbeiter („Pull“) oder mit Verweige-
rung und passivem Widerstand („Push“) zu rechnen hat.
2.4. Leidensdruck als Motor
Äußerer Anlaß vieler Wandlungsprozesse ist äußerer
Leidensdruck durch überlebte, nicht mehr passende oder
sonst unzufriedenmachende Strukturen. Das Change Ma-
nagement beginnt dann meist von unten („Bottom-up
change“). Als leitende Instanz kann das Management
auch den Leitungsprozeß bewußt initiieren (also agieren
statt zu reagieren). Der Wandlungsprozeß geht dann von
oben aus und wird nach unten hin durchgesetzt („Top-
down change“). Dies gibt die Chance, fundamentalkritisch
Neues zu schaffen und sich von potentiellen Problemen
vor deren Auftreten zu trennen.
2.7. Mit Widerständen umgehen
Die Wandlungsprozesse des Change Managements kön-
nen durch Machtkämpfe und Widerstand blockiert wer-
den.
Machtkämpfe entstehen, wenn offizielle Privilegienträger
ihrer Vorrechte beraubt werden sollen, also Degradierun-
gen stattfinden. Dies kann man vermeiden, indem man
sich von solchen Privilegienträgern trennt oder sie auf
mindestens formal höhere Posten befördert.
Widerstand entsteht aber auch oft, wenn inoffizielle
Privilegienträger ihrer Vorrechte beraubt werden sollen,
also formale und informelle Organisationsstrukturen
schlecht zusammenpassen. Um dies zu vermeiden, ist ein
vor Beginn des Wandlungsprozesses klar definiertes
Organigramm hilfreich. Zumeist sollte man sich zunächst
davon überzeugen, inwieweit informelle Organisations-
strukturen bestehen, was in kleinen Organisationen die
Führungsperson ohne formale Untersuchung wissen soll-
te, was in großen Organisationen aber oft eine soziogra-
2.5. Verfahren der Zielbildung
Anfang jedes Wandlungsprozesses ist ein klares Ziel bzw.
ein Zielsystem, das aufgrund einer Zielanalyse entwickelt
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phische Analyse erfordert. Sind beispielsweise die ge-
planten Strukturen einer Abteilung:
z hier beispielsweise die flammende und begeisternde
Rede als Mittel, Unterstützung von unten zu erzeugen,
z Gerüchte als effiziente Form der Kommunikation,
z Abwanderungstendenzen unliebsamer Mitarbeiter
fördern oder wichtiger Mitarbeiter vermindern,
z die richtige Dosierung von Handlungsdruck u.a. durch
unauffälliges Verschärfen oder Entschärfen von
Leidensdruck, Angst usw. als Motor der Verände-
rung,
z das Lähmen unliebsamer Entwicklungen durch
Mißtrauen oder Unterstellen böser Absichten,
z das richtige Umgehen mit Ängsten und informellen
Privilegien („Erbhöfen“),
z Kommunikation im Interesse der Mitarbeiter („Regie-
rung“ statt „Herrschaft“),
z das Feiern von Erfolgen als Belohnungsmittel,
2.9. Die arbeitsrechtliche Seite
Problematisch kann insbesondere die arbeitsrechtliche
Seite sein. Auf individualarbeitsrechtlicher Seite entste-
hen oft vertragsrechtliche Probleme mit Mitarbeitern, die
negativ von dem Veränderungsprozeß betroffen sind (d.h.,
die die Kündigung bekommen). Diese Mitarbeiter kön-
nen sich oft erfolgreich wehren, was das Unternehmen in
endlose gerichtliche Auseinandersetzungen verstricken
kann.
Müller
Abteilungsleiter
Schmidt
Assistent (Stab)
Schröder
Sachbearbeiter
Meier
Sachbearbeiter
Hansen
Kfm. Mitarb.
von informellen Strukturen überlagert, die sich in Sympa-
thie und Ablehnung äußern:
Müller
Abteilungsleiter
n = 1
Schmidt
Assistent (Stab)
n = 1
Schröder
Sachbearbeiter
n = 0
Meier
Sachbearbeiter
n = 1
Hansen
Kfm. Mitarb.
n = 2
Kollektivarbeitsrechtlich ist oft der Betriebsrat zu beteili-
gen (und kann sich querstellen), wobei der Betriebsrat
vom Betriebsverfassungsgesetz ja noch als eine Art ver-
mittelnde Instanz definiert wird. Anders ist das bei den
Gewerkschaften, die bei mitbestimmten Unternehmen
auch eine Rolle spielen können und i.d.R. alle Verände-
rungen als „Sozialabbau“ mißverstehen und zu blockie-
ren suchen.
Müller
Abteilungsleiter
n = 3
Schmidt
Assistent (Stab)
n = 0
Schließlich sind Massenentlassungen anzeige- und
genehmigungspflichtig.
2.10. Change Management im Rechnungswe-
sen
Aus Sicht des Rechnungswesens liegen im Zusammen-
hang mit Change Management zunächst Aufwendungen
vor, die in analoger Anwendung des §248 Abs. 1 HGB
nicht aktivierungsfähig sind; werden jedoch immaterielle
Vermögensgegenstände geschaffen, zu denen auch ein
Firmenwert gehören kann, so kann eine Aktivierung nach
IAS 38 in Frage kommen.
Für Prozesse oder ähnliche Auseinandersetzungen kön-
nen bei Vorliegen ausreichender Wahrscheinlichkeit
Rückstellungen zu bilden sein (§249 Abs. 1 Satz 3 HGB),
die erst aufgelöst werden dürfen, wenn die entsprechen-
den Risiken fortfallen, was Jahre dauern kann. Steuer-
rechtlich wird für diese Rückstellungen in der Regel das
Verbot nach §5 Abs. 4a EStG (Drohverlustrückstellungen)
oder §5 Abs. 4b EStG (Aufwandsrückstellungen) greifen.
Schröder
Sachbearbeiter
n = 0
Meier
Sachbearbeiter
n = 0
Hansen
Kfm. Mitarb.
n = 2
wäre im konkreten Beispiel zu vermuten, daß die Führungs-
ebene aus dem Abteilungsleiter und seinem Assistenten
nicht die Kontrolle des Wandlungsprozesses behalten
wird und daher möglicherweise externe Unterstützung
benötigt.
2.8. Führungsmittel im Change Management
Die Durchführung von Wandlungsprozessen ist zumeist
ein Projekt, das vom Management geleitet wird. Da bei
den meisten Wandlungsprozessen zwischenmenschliche
Prozesse im Vordergrund stehen, ist eine formale Pla-
nung z.B. mit Hilfe der Netzplantechnik meist nicht
möglich oder sinnvoll.
Wichtige Führungsmittel des Managements innerhalb
des Change Managements sind
Zudem können Eventualverbindlichkeiten entstehen (§251
HGB), etwa durch drohende Klagen ausscheidender Mit-
arbeiter, für jedoch noch keine Rückstellungen möglich
sind.
z das Management von Konferenzen und Beratungen,
© HZ
27604902.007.png
Zgłoś jeśli naruszono regulamin